ja, das meine ich wirklich so wie ich es schreibe: Faszination Fahrsport!
Seit dem ich mit Pferden zu tun habe, hat mich das Fahren fasziniert.Nun gut, auf Grund der Beschäftigung mit Pferden habe ich mein langjähriges Hobby Tischtennis spielen (Verein) damals aufgegeben (Neben eigenen Pferden ist keine Zeit mehr für andere zeitintensive Hobbys, wenn ich nicht alles vernachlässigen will).
Aber um in den Fahrsport aktiv einzusteigen, musste ich mich entscheiden: Motorrad fahren (Ich habe alte Klasse 1) oder Kutsche fahren (Ich hatte damals noch kein "Kutschenführerschein", d.h. ich hatte noch kein Fahrabzeichen).
Nun gut, Motorrad fahren ist weitestgehendst berechenbar.....Kutsche fahren, mit allen drum und dran ist eine Herausforderung für das Team: Menschen und Tiere, im Ziel der Harmonie mit Stil.
Es ist wirklich ein Team von Menschen und Tiere.Das Gespann, Fahrer, Beifahrer(Im besten Falle die Familie) der Hund...alle gehören dazu.
Ohne meine Frau Anja Tippach und meinen Sohn Dennis wären wir zum Fahren nicht handlungsfähig, es ist Teamarbeit!
Also stand meine Entscheidung fest: Fahrsport
Begonnen habe ich, auch im Turniersport, Einspännig mit Mucki auf einen sehr schönen Einspänner-Eiche Pony-Dressurwagen.Obwohl ich diesen schon hätte 10 mal verkaufen können, bringe ich es nicht übers Herz diesen zu veräussern.
Im April 1999 legte ich erfolgreich die Prüfung zum Fahrabzeichen der Klasse 4 vor den Richtern der FN ab.
Im Sommer 2004 bestand ich das bronzene Fahrabzeichen der Klasse 3 mit erweiterten Anforderungen und Kenntnissen der Fahrlehre in Rollshausen/Fahrstall Bötte.Die FN Richter Herr Udo Lossau und Frau Heide Kasten nahmen die Prüfung erfolgreich ab.
Um in Freizeit- und Turniersport auch Geländeprüfungen (Marathonfahrten) erfolgreich und ohne Gefahr fahren zu können, kaufte ich mir im Sommer 1999 einen Marathonwagen für 6000 DM...ein Traum für mich!
Das ist der Marathonwagen, hier kurz vorm anspannen in der Wiese (Offenstall) in Bilshausen im August 2007.
Blattfederung, Wechsel-Steckräder, Drehkranz, Kugel-und Gleitlager, Bosch-Scheibenbremsen in zwei Bremskreisläufen!
Fahrlehrgang und Achenbachsches Fahrsystem:
Ich empfehle aber jedem Interessenten einen Fahrlehrgang der Klasse 4 zu absolvieren (Vorher muss der Basispass Pferdekunde absolviert sein), um dieses Hobby Sach- und Fachgerecht ohne Schaden für Mensch oder Tier zu geniessen.
Der Vorteil ist auch, das Sie die Grifftechniken an den Leinen und dem Geschirr nach dem "Achenbach`chen Fahrsystem" erlernen.
Die Leinengriffe nach Achenbach werden ausführlich an einem "Fahrlehrgerät" geübt, um den Pferden nicht durch Unkenntnis mit der Kandare oder der Doppelringtrense im Maul zu reissen.
Desweiteren lernen Sie eine Menge über Fahrlehre, Geschirrlehre und Wagenkunde und praktische Fahrübungen mit dem Ausbilder als Beifahrer.
Nach § 28 StvO (Strassenverkehrsordnung) dürfen im Strassenverkehr auch nur verkehrssichere Pferde/Ponys verwendet werden.
Desweiteren sind Pferde im öffentlichen Strassenverkehr nur zugelassen, wenn sie von geeigneten Personen begleitet werden die ausreichend auf sie einwirken können.Dieses erreicht man aber nur durch ausgebildete Pferde/Ponys und ausgebildete Fahrer/Reiter.
Sach- und Fachgerecht gefahren wird in Deutschland nach dem Achenbachchen Fahrsystem.Begründer des Fahrsystems war Benno von Achenbach, geboren 24.11.1861 in Düsseldorf und gestorben am 15.10.1936 in Berlin.
Benno von Achenbach galt als grosser Fahrexperte.Er selbst hat das Fahren als Wissenschaft betrieben und viele europäische Länder besucht.
Das ganze Fahrsystem ruht auf zwei Grundpfeilern:
Die Zweckmässigkeit und die Betriebssicherheit bei gleichzeitiger Pferdeschonung.
Das Achenbachsche Fahrsystem ist so durchdacht, dass jeder Griff beim Fahren, beim Auf- und Abschirren sowie An- und Abspannen zweckmässig und schonend eingesetzt wird.
Der Fahrsport hat auch immer einen Hauch von Nostalgie und Stil:
Wir unterscheiden zwei hauptsächliche Stilarten: Den Ungarischen Stil, hierzu gehört das Brustblatt- oder Sielengeschirr (Wie ich es einsetze) und die Stockpeitsche.Der Fahrer trägt einen Strassenanzug mit einem weichen Hut, Fahrer und Beifahrer tragen immer Handschuhe.Der ungarische Stil wird auch als Landanspannung bezeichnet.
Zum Englischen Stil gehört das elegante aber teuere Kumtgeschirr mit Kandare gefahren und Bogenpeitsche sowie Achenbach Kreuzleine.Der Fahrer im Englischen Stil trägt einen grauen Anzug, Zylinder und Bockdecke.Der Beifahrer trägt einen Reitanzug, Stiefel ohne Sporen und einen Livree (schwarzer Halbmantel mit 2 Reihen Knöpfen) Fahrer und Beifahrer tragen naturfarbene Handschuhe.Der Englische Stil wird auch als Stadtanspannung bezeichnet.
Doch nun genug der Theorie, zu empfehlen ist aber das Ausbildungsbuch für das deutsche Fahrabzeichen vom Kosmos Verlag, Autor Dieter Gross gibt sehr gut, auch bebildert, theoretische und praktische Tipps und Aufklärung zur Fahrsportausbildung.
Nunmehr ein paar landschaftliche Impressionen von unseren Fahrrouten am Stall und einige Fahrbilder:
2 km Wiesenweg mitten durch die Rhumeaue, gut für die unbeschlagenen Hufe beim Pferd und Balsam für die Seele beim Fahrer/Beifahrer.
Blick vom Offenstall auf die Hutweide.Über diesen Berg führt auch eine reizvolle Kutschenstrecke nach den Orten Lindau und Glillersheim.
Wunderschöne Wiesenwege...
......die Kutschstrecke führt nahe an diesem Teich vorbei:
So nun geht`s los:Die Kutsche wird via Anhänger zum Offenstall transportiert.Hier im Bild mein Fahrsportkollege Markus mit seiner Tochter Mareike.
Korrekten technischen Zustand der Marathonkutsche gecheckt:Luftdruck, Bremsen, Radmuttern...
Die vorher aufgeschirrten Ponys sind nunmehr angespannt.
Während der Fahrt:
Von hinten betrachtet: sehr gut zu sehen die Leinenführung der Kreuzleine im Zweispänner und die Peitschenhaltung (Dient zum Hilfen geben: Verwahrend oder treibend, aber niemals zum "schlagen")
Da kann man abschalten: Durch die Natur, bei blauen Himmel!Auf Grund der fehlenden Zeit verlagert sich der Fahrsport bei mir mehr zum Freizeitfahrer, Fahrturniere schaffe ich nur noch selten zu fahren.
Nach dem Abspannen werden die Ponys im Paddock wieder abgeschirrt.
Tatsache ist, dass die Ponys, vor allen am Anfang des Fahrens, bedeutend ruhiger vor der Kutsche gehen, seitdem diese im Offenstall stehen (Bewegungsdrang ist weg).Durch die Umweltreize wie Trecker, Vögel, Hundegebell, sind diese auch weniger schreckempfindlich.
Nach dem fahren ( 10 km in Schritt und Trab): Im Weidepaddock wälzen ist das grösste für die Ponys.
Fahrsport-NEWS vom 3.10.07:
Am Tag der deutschen Einheit hatten wir bei guten Wetter unsere "Fahrerrallye", im Rahmen des jährlichen Fahrer-Stammtischpokals.
Auf einer Geländestrecke mussten an 4 Stationen unterschiedliche Aufgaben zum Thema Pferd/Fahren oder Geschicklichkeit von 13 startenden, gut gelaunten Gespannen (1-/2-Spänner), gelöst werden.
Als Schlussprüfung war ein Zeithindernissfahren mit 10 Kegeltoren zu meistern.
Die Siegerehrung des Stammtischpokalturniers wurde dann in der Reitanlage Krebeck bei einem zünftigen und gemütlichen Beisammensein vorgenommen.
Alle Fahrteams hatten eine Menge Spass.
Einige Bilder unseres Teams:
Fahrteam Tippach:An den Leinen Matze, vor den Ponys Sohn Dennis, auf dem Marathonwagen Dennis`Freundin Isabel und neben der Kutsche unser Cappysponsor "Springreiter und Hindernissbauer" Markus Bergemann.
Spatzerl Anja (Meine Frau) hat Dienst bei der Zuschauerversorgung.....
Gleich gehts in den Hinderniss -parcours.....
Im Kegelparcours:Wo am schnellsten, ohne Fehler lang fahren ???!!!Isabel fiebert mit......
...los wir packen die Bestzeit ohne Fehler...oder ???
Abends bei der Fahrerparty:Beifahrerteam Isabel und Sohn Dennis erschöpft, aber glücklich!!
Mehr Bilder vom Stammtischpokal-Fahrturnier (Impressionen):
Gespann Michael Kolle/Holzerode nach der Geländefahrt mit seinen Hannoveranern.
Haflinger-Parade (Mann achte auf Blickrichtung der Pferde und der Pferdehalter)
Unser ältester Fahrer (August Vogel aus Holzerode/über 80 Jahre) im Gespräch mit Jürgen Heise aus Holzerode und Robert Würriehausen aus Duderstadt.
Shetty-Gespann von Andreas Hey aus Bilshausen.Im Hintergrund Andi Schmidt mit Gespann und seinen Grooms aus Wachenhausen.
Demnächst hier: Bilder von der Einweihung des Brücken-Fahrsporthindernisses....
..endlich, es ist soweit...
Fahrsport-NEWS vom 16.02.08:
Am 16.02.08 haben wir (Fahrer/-innen wie Reiter/-innen), mit viel Spass, die von mir erworbene (www.MBG-Hindernisse.com) "zerlegbare Hindernissbrücke" in der Reithalle Krebeck eingeweiht:
Transport der Einzelteile zur Reithalle Krebeck.Am Horizont der Anhänger mit dem Brückengeländerteilen...
In der Reithalle...in voller Fahrt...
....Schwager Ernst Krey als Beifahrer (Selber aktiver Hannoveraner-Fahrsportler)
es ist unbeschreibbar schön, dabei das Hufgeklapper auf dem Holz....
Adelbert Rudolph, leider nicht im Bild, war auch mit einem Ponygespann in voller Aktion, desweiteren viele Reiter/-innen der Reitabteilung Krebeck.
Es Bedarf schon einiges an Training und Gewohnheit, um ein Pferd durchlässig über eine Brücke zu bekommen.Hier üben wir gerade das ruhige und versammelte stehen auf der Brücke aus dem Gebrauchstrab heraus.
Mucki und Arielle machen das Spitze!!!
Fa. MBG-Hindernisse hat zu Dekozwecken die Brücke für den Hardenberg (Nörten-Hardenberg)ausgeliehen.Sohn Dennis mit Freundin Isi Müller auf der Brücke zwecks Foto.
Desweiteren hier die Bilder vom1. Bilshäuser Brückentag (Reit-und Fahrsportlicher Wettbewerb auf Breitensportbasis) auf dem Rhumetalhof Jünemann in BilshausenAnfang Juli 2008:
Im Hintergrund Sherina und Winnetou II vor Ihrem grossen Einsatz beim Brückentag. Im Vordergrund Gabi und Katrin mit Kindern
So, der Parcours ist aufgebaut, dass Brückenhinderniss positioniert.Jedem Gespann und Reiter steht es frei über die Brücke oder um die Brücke zu reiten/fahren, nur die zu stoppende Zeit läuft....
Westernreiterin Anna Jünemann steht vor Ihrem Ritt schon fast auf dem Kopf....
Gespann Tippach in der Aufwärmphase
Anja und Winnetou starten durch...
Das Publikum schaut gespannt zu...wer macht das "Rennen"?
Kristin mit Shieba
Siegerehrung durch Anja, die zum Parcours gehörenden Sprünge im Hintergrund.